Franz-Stock-Komitee für Deutschland e.V.

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Franz Stock als Simon von Zyrene, Dr. Johannes HohmannDie weite Verbreitung des Coronavirus bestimmt derzeit unser gesamtes Leben. Auch in der Karwoche wird es keine öffentlichen Gottesdienste geben. Wir bieten daher an dieser Stelle an "mit Franz Stock den Kreuzweg gehen". Wir zeigen auf den nachfolgenden Seiten die Kreuzwegstationen aus dem Stacheldrahtseminar von Chartres -die wir in anderen Jahren gerade in der Karwoche als Fotoplakate zur Ausleihe anbieten- mit Texten von Pfarrer i.R. Wilfried Göddeke. Dies ergänzen wir mit einer Betrachtung von zwei Werken, in denen Franz Stock als Simon von Zyrene dargestellt wird.

Paneuropaunion Dr. h.c. Bernd Posselt und Thomas Bertram / Foto: Egon LippertVortrag über Franz Stock beim 53. Andechser Europatag der Paneuropa-Union Deutschland am 14./15. März 2020

Unter dem Thema „Arbeiter im Weinberg des Herrn“ widmete die Paneuropa-Union ihren christlichen Europatag „einer bunten Vielfalt interessanter Persönlichkeiten, die die Rebstöcke vor uns gepflegt und kultiviert haben.“ An ihnen könne man sich orientieren, „wenn es darum geht, der europäischen Einigung in dieser schwierigen Phase neue Dynamik und Kraft zu verleihen.“

Zu diesen ‚interessanten Persönlichkeiten’ zählt die Paneuropa-Union auch Franz Stock. Aus diesem Grunde hatte sie Thomas Bertram um einen Vortrag zu dem Thema "Prediger gegen den Hass, Seelsorger zwischen Wehrmacht und Résistance: Franz Stock und der Weg nach Europa" gebeten.

Mitgliederversammlung 2020Am 24. Februar 1948 verstarb Franz Stock. Aus diesem Grund lädt das Franz-Stock-Komitee alljährlich zu einem feierlichen Gottesdienst ein und verbindet damit seine Mitgliederversammlung. In diesem Jahr fanden beide in der St.-Franziskus-Kirche und im Franz-Stock-Pfarrheim statt. Beim gemeinsamen Mittagessen gab es reichlich Gelegenheiten zu persönlichen Gesprächen.

Die Mitgliederversammlung hatte zwei Schwerpunkte: den Vortrag von Emmanuel Blondeau, Pfarrer der Kathedrale und Gesamtgemeinde Chartres, und den Geschäftsbericht des Vorstandes. Doch zuvor wurde beim Gedenken an die Verstorbenen besonders an Dieter Lanz gedacht, dem das Komitee so viel verdankt und der dessen Arbeit seit Beginn geprägt hat.

Pfarrer Blondeau betonte in seinem Vortrag, dass er von seinem Bischof auf Franz Stock aufmerksam gemacht worden sei und dass dieser seitdem sein gesamtes priesterliches Tun intensiv geprägt habe. Er versuche, dessen Spiritualität in seinem pastoralen Bemühen in seiner Gemeinde, aber auch im Kontakt mit den vielen Menschen, die jährlich aus verschiedenen Gründen zur Kathedrale nach Chartres, diesem unumstrittenen Juwel kirchlicher Baukunst, kämen, umzusetzen und fruchtbar zu machen.

Dieter Lanz Am 12. Januar 2020 ist Herr Dieter Lanz im hohen Alter von 96 Jahren von uns gegangen. Als Kriegsgefangener war er nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges als junger Mann Seminarist im von Abbé Franz Stock geleiteten „Seminar hinter Stacheldraht“ (1945-1947) vor den Toren von Chartres in Frankreich. Diese Zeit und die Persönlichkeit Franz Stocks haben das gesamte Leben von Dieter Lanz entscheidend geprägt.

Auf vielfältige Weise hat er dazu beigetragen, das friedensstiftende Wirken des Abbé Franz Stock bekannt zu machen. Zu erwähnen sind beispielhaft seine zahlreichen Publikationen, die Vorträge, die Entwicklung der Dauerausstellung, die Reisen ins Nachbarland Frankreich und die daraus entstandenen Kontakte und Freundschaften. Als Gründungsmitglied des Franz-Stock-Komitees, dessen Vorstand er bis zuletzt angehörte, hat er sich engagiert eingebracht. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.

Die St. Franziskuskirche in Neheim trägt durch ihn auch die Handschrift Franz Stocks. Wir trauern mit seiner Familie um einen treuen Weggefährten des europäischen Gedankens und wissen uns ihm in seiner christlichen Hoffnung auf das neue Leben der Auferstehung verbunden.

Für das Franz-Stock-Komitee für Deutschland,
Pfarrer Stephan Jung

Das Komitee wird am 22. August 2020 eine gemeinsame Wanderung zum Borberg bei Brilon/Olsberg mit verschiedenen geistlichen Stationen anbieten. 1931 pilgerten über 1.000 meist junge Menschen auf den Borberg, darunter auch Franz Stock, die Frieden und Versöhnung für Europa zum Ziel hatten. An den Geist dieses Treffens soll besonders auch mit einem Abschlussgottesdienst und einem gemeinsamen Picknick auf dem Borberg angeknüpft werden. Die Wanderung richtet sich ausdrücklich an alle Altersgruppen, um auf die Bedeutung dieses wichtigen Themas für alle Menschen aufmerksam zu machen.

Weitere Informationen demnächst an dieser Stelle.

Erzbischof Jean-Claude Périsset (links)Am 14. November besuchte Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset Arnsberg-Neheim um sich über die Lebensgeschichte von Franz Stock und die Tätigkeit des Franz-Stock-Komitees zu informieren. Der schweizer Erzbischof war von 2007 bis 2013 Apostolischer Nuntius (Botschafter des Vatikans) in Deutschland.

Aufgesucht wurde die Franz-Stock-Ausstellung in der St. Michaels-Kirche, die gerade aus dem Düsseldorfer Landtag zurückgekehrt ist, das Elternhaus Stock sowie die Gedenkstätte in der St. Johannes Kirche.

Erzbischof Périsset zeigte sich beeindruckt wie „der Weg Franz Stocks von Anfang an geprägt vom Einsatz für Frieden und Völkerverständigung war und sich diese Linie durch sein ganzes Leben zieht .“

Vorstandsmitglieder aus Frankreich und DeutschlandDas diesjährige Treffen der beiden Vorstände der deutschen und französischen Franz-Stock-Vereinigungen fand vom 11.-13. November 2019 in der Bischöflichen Akademie in Aachen statt.

Neben der immer wieder wichtigen und befruchtenden Begegnung der Mitglieder standen in den Tagen folgende Themen im Mittelpunkt:

2019 09 14 HUBERT BRIANDGemeinsam mit unserer Schwestervereinigung den Les Amis de Franz Stock trauern wir um Hubert Briand, der am 14. September 2019 in Le Coudray bei Chartres gestorben ist.

Hubert Briand leitete seit vielen Jahren regionale Franz-Stock-Vereinigung der Les Amis in Chartres. Seit der Wiederentdeckung und Rettung des Gebäudes, in dem einst das Stacheldrahtseminar von Chartres untergebracht war, arbeitete er bis zu seinem letzten Atemzug daran, den geschichtsträchtigen Ort zu schützen, zur restaurieren und vor allem Tausende von Besuchern willkommen zu heißen, denen er meisterhaft die Bedeutung und Hintergründe des Ortes vermittelte.

Der Trauergottesdienst wird am Donnerstag, den 19. September um 10 Uhr in der Kapelle des Stacheldrahtseminars gefeiert.

Prof. Rüdiger Althaus Franz Stock, Erzbistum PaderbornAm 1. September 1939 begann mit dem Überfall Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Er kostete in sechs Jahren knapp 60 Millionen Menschen das Leben.

Heute ist der Anfang dieser Katastrophe genau 80 Jahre her. Für das Erzbistum Paderborn ist das Anlass, an den Paderborner Priester Franz Stock zu erinnern, der sich selbst mitten in den Kriegswirren unermüdlich für Verständigung und Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen einsetzte. Das Erzbistum tut dies im Gespräch mit Professor Dr. Rüdiger Althaus, der als erzbischöflicher Delegat das derzeit laufende Seligsprechungsverfahren Franz Stocks begleitet.

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf der Homepage des Erzbistums Paderborn:
https://www.erzbistum-paderborn.de/aktuelles/franz-stock-der-brueckenbauer/

Hôtel des Invalides, Quelle: Wikipedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tour_Eiffel_Les_Invalides.JPGErinnerungsmesse in der Cathédrale Saint-Louis-des-Invalides in Paris.

Franz Stock, der vielen Menschen in ihren letzten Stunden beigestanden hatte, starb am 24. Februar 1949 alleine und ohne die Krankensalbung empfangen zu haben. Da er Kriegsgefangener war, durfte die Nachricht von seinem Tod nicht offiziell bekanntgemacht werden. Rund 100 Personen, die telephonisch informiert worden waren, nahmen am 28. Februar an der Trauerfeier in der Kirche St.-Jaques du Haut-Pas teil; darunter der Apostolische Nuntius Roncalli, ein Vertreter des Kardinals Suhard, Edmont Michelet und Francisque Gay, Minister und ehemalige Widerstandskämpfer, und General Buisson, Direktor der Kriegsgefangenenbehörde. Seiner Schwester Franziska war keine Einreisegenehmigung zur Teilnahme erteilt worden. Und so folgten nur rund ein Dutzend Personen seiner Beisetzung auf dem Friedhof Thiais, einem „Gestrüppfeld„ (Loonbeek), einem Friedhof für deutsche Kriegsgefangene.

Dennoch wurde aber in der Folgezeit langsam das Schweigegebot durchbrochen.